Gute Landingpages nach dem AE-Prinzip

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Wer sich ein wenig mit Onlinmarketing auseinandersetzt, hat das Wort Landingpage sicher schon oft gehört. Leider wird der Begriff Landingpage inzwischen schon fast inflationär für alles mögliche zum Einsatz gebracht – dabei ist die Definition gemäß Wikipedia eigentlich klar:

Eine Landingpage ist eine speziell eingerichtete Webseite, die nach einem Mausklick auf ein Werbemittel oder nach einem Klick auf einen Eintrag in einer Suchmaschine (Google, Bing, u. a.) erscheint. Diese Landingpage ist auf den Werbeträger und dessen Zielgruppe optimiert. Bei einer Landingpage steht ein bestimmtes Angebot im Mittelpunkt, welches ohne Ablenkung vorgestellt wird. Ein wesentliches Element ist die Integration eines Response-Elements (z. B. Anfrageformular, Link zum Webshop oder Call-Back-Button), das die einfache Interaktion mit dem Besucher sicherstellt.

In der Praxis wird inzwischen schon quasi jede Unterseite als Landingpage bezeichnet, weil man darauf ja schliesslich auch landen kann. Deswegen werde ich die Landingpage mal anhand des AE Prinzips neu erklären.

Das AE Prinzip

Bei dem AE Prinzip handelt es sich nicht um eine neue neurowissenschaftliche Marketingstudie, sondern wir bedienen uns dem Sprachgebrauch der Baubranche. AE steht in diesem Fall für „Arsch auf Eimer“ und genau das ist es, was eine Landingpage ausmacht. Ich erkläre das mal anhand eines Beispiels:

An einem herbstlichen Dienstag Abend, begibt sich Herr E. aus A. ins Internet. Mit seinem Lieblings-Browser begibt er sich auf die Startseite seiner Lieblings-Suchmaschine. Er möchte im Sommer 2016 auf die Insel Kreta – die ganze Familie wird am Start sein. Woher wir das wissen? Wissen wir nicht!

Aber Herr E. wird diese prekären Informationen gleich seiner Suchmaschine verraten, indem er folgende magische Worte im Suchschlitz der Suchmaschine eingibt:

Kreta Familienurlaub Sommer 2016

Das AE Prinzip sieht nun so aus, dass wir Herrn E. aus A. ein Top-Suchmaschinenergebnis liefern, damit er uns überhaupt bemerkt. Dazu wird in aller Regel das Suchmaschinenmarketing (bestehend aus SEA und / oder SEO) bemüht. Ein gutes organisches Ranking, oder eine passende Anzeige machen also auf unser Reiseangebot aufmerksam.

Super! Wir brauchen jetzt einen Eimer!

Der Eimer sollte gut gefüllt sein, ein Eimer randvoll mit REIS…

Reis? Ja, viele missverstehen die REIS-Technik. Etwa in der Art einen Sack Reis auszuschütten, Herr E. wird sich schon die besten Körner rausfischen: unformatierte Texte, unübersichtliche Preistabellen, schreiende Sonderangebote (vorzugsweise themaverfehlende Restposten von den Balearen).

Dabei meine ich mit REIS-Technik etwas ganz anderes:

Ruhig, Emotional, Infomativ, Seriös

Ruhiger und klarer, übersichtlicher Seitenaufbau der auf emotionaler Ebene sinnvolle Informationen seriös transportiert.

Etwas ausführlicher:

Ruhig

Klarer und übersichtlicher Seitenaufbau ohne „schreiende“ Elemente. Einzigst das Leadgenerierende Element darf sich etwas in den Vordergrund drängeln. Thematisch bleiben wir nur bei Kreat – auch wenn wir lieber die Restplätze der Balearen verticken würden – Herr E. möchte Familienurlaub auf Kreta machen.

Emotional

Klares, warmes Farbschema – dass die Lust auf einen Kretaurlaub emotional unterstützt. CI-Farben sind fehl am Platz – Herr E. möchte nicht die Reisegesellschaft kaufen, er möchte Urlaub auf Kreta machen. Ausdrucksstarkes Bildmaterial mit regionalem Bezug in hochwertiger Qualität sollte zudem nicht fehlen. Da Herr E. mit seiner Familie anreisen möchte, dürfen Bilder auch vereinzelt Kinder zeigen. Das wird Herrn E. sicher nicht abschrecken…

Informativ

Wir berichten über Kreta und Familientaugliche Freizeitaktivitäten auf Kreta. Hotelangebote werden ausschliesslich auf Familienhotels beschränkt und nein, auch an dieser Stelle wollen wir nicht unsere Reisegesellschaft verkaufen – wir fokusieren uns im Text auf Familienreisen auf Kreta!

Seriös

Faire und günstige Preise sind das Verkaufsargument schlechthin, Sonderangebote locken. Das alles ist aber kein Grund, für unseriöse Verkaufsangebote – weder inhaltlich noch in der Darstellung.

Und was ist der Clou am AE Prinzip?

der Arsch muss jetzt nur noch die Reise bei uns buchen.