25 Millionen Euro für ein Umzugsunternehmen

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Gerade zum letzten Video habe ich gestern noch einen Artikel auf Gründerszene gelesen: Movinga erhält 25 Millionen Euro – unter anderem von Index Ventures

Bitte was? In was für einer Welt leben wir denn bitte eigentlich?

Früher™ musste ein Unternehmer ein Unternehmen aufbauen. Wenn ihm das Kapital fehlte, so musste er zu einer Bank gehen und mit einem Businessplan darlegen, was sein Geschäftskonzept vorsieht und welche Renditen er sich erhofft. Das das heute nicht mehr ganz so einfach ist, habe ich ja schon in meinem Bankenbeitrag geschrieben. Somit ist es gut, dass die Privatwirtschaft sich an Unternehmensgründungen beteiligt – aber 25 Millionen Euro aus Venture Capital halte ich für eine derart bahnbrechende Idee doch wohl eher vollkommen unrealistisch.

Möglicherweise ist es der Neid? Nein – sicher nicht. Ich würde mich gar nicht trauen, so viel Geld für eine Entrepreneursleistung zu verantworten, gerade weil die Idee hinter Movinga ja nun im Verhältnis zum VC ja nun wirklich rein gar nichts neues ist. Jede halbwegs strukturierte Spedition könnte auf den Trichter kommen. Und Umzugsfirmen gibt es ja bereits – nur ist das möglicherweise noch nicht vollständig auf dem privaten Investmentsektor angekommen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Wenn ich über ein paar Millionen Euro verfügen würde – ich hätte die Movinga Jungs mit 50.000 Euro abgespeist und hätte gesagt: Jetzt macht mal ne chice Website und holt über die üblichen Marketingkanäle ein paar Aufträge an Land. Wenn das klappt, dann können wir gerne aufstocken. Aber nein: Movinga wurde gleich zum Start im vergangenen Jahr mit komfortablen 8 Millionen Euro ausgestattet und bekommt nun den Nachschlag von 25 Millionen Euro.

Und an anderer Stelle diskutiert Deutschland über den Mindestlohn.

Wie kommt es wohl zu solchen Unsummen?

Für mich gibt es nur eine logische Erklärung. Konkurrenz. Denn mit Movinga ist auch Movago gestartet und es findet nun offensichtlich ein Investoren-Battle statt, wer kann mehr Geld auf den Markt blasen um einen Geschäftszweig als Nummer 1 zu etablieren? Das mag ja auch alles ganz toll sein nur bleibt für mich eine besondere Frage im Raum:

Glaubt Deutschland, glauben Investoren wirklich, dass wir so einen Scheiss brauchen? Haben wir nicht wirklich besseres mit dem Geld zu tun? Geht es allen Menschen in Deutschland gut, sind alle gesund? Brauchen wir keine sinnvollen Entwicklungen im IT-Bereich? Brauchen wir keine Forschung im Gesundheitsbereich?

Nein, wir brauchen 2 Marktrivalen im Umzugs-Bereich die gesamthaft mit gegenwärtig über 30 Millionen Euro den Markt für sich erkaufen. Ich wünsche gutes Gelingen!