Vorsicht! bei .by Domainversteigerungen –

Ich hatte eine für mich sehr interessante .by Domain gefunden, die vermeintlich aufgeben wurde und frei zu registrieren war – und habe die Registrierung der Domain veranlasst. Daraufhin wurde gleich mit der Projektierung begonnen und ich war bis spät in die Nacht zugange. Es würde wunderbar werden.

Am nächsten Morgen erhalte ich (noch vor meinem Kaffee) von meinen Domain-Registrar eine E-Mail, dass die .by Domain nicht registriert werden konnte, da sich diese in einer Auktion befindet. Hä? Gestern war die doch noch frei?

Also gut, fix beim Registrar angerufen: Bei .by Domains ist es ein übliches Verfahren, dass die nach dem Auslaufen für 3 Tage in eine wohltätige Versteigerung gehen. Wird geboten, erhält der Gewinner die Domain und der erzielte Gewinn wird an Kinder gespendet, wird nicht geboten, so geht die Domain in den freien Bestand. Ob ich das jetzt gut finde, weiss ich nicht – aber der wohltätige Ansatz ist irgendwie schon absolut OK.

Auf zur Auktion

Die Auktionen für .by Domains finden auf https://auction.cctld.by/ statt. Alles russisch, die englische Seite ist nur teilweise übersetzt und ziemlich buggy. Aber für was hat man Chrome und die Funktion „auf Deutsch übersetzen“?

Also fix registrieren und los gehts. Irrtum: Zwar behauptet die Auktionsplattform, dass jeder mitbieten darf, eine deutsche Telefonnummer mit Landesvorwahl +49 ist aber nicht erlaubt. Die Registrierung also nicht möglich. Ich habe mir von einem russischen Kollegen zu dem Zweck also seine Handynummer geliehen und „schon“ war ich drin. Prima, ich biete mit und gewinne. Eigentlich!

Denn die Auktionen enden jeweils um 12:00 Uhr – ein Counter zeigt auch die Restlaufzeit für die Auktion an. Ich hatte mein Maximalgebot 37 Sekunden vor Ablauf eingegeben und war um 12:00 Uhr technisch gesehen der Gewinner. Bin ich aber nicht!

Was ich nicht wusste:

Im Nachgang entdeckt: Die Statuten im Kleingedruckten der Plattform besagen, dass wenn innerhalb der letzten 2 (zwei) Minuten vor Auktionsende ein Gebot abgegeben wurde, sich die Auktionszeit automatisch um weitere 5 (fünf) Minuten verlängert. In der kürze der Zeit und ob des neu startenden Timers (der gerne schon vor Ablauf einen Hinweis auf eine zu erwartende Verlängerung geben hätte können) war ich kurzfristig handlungsunfähig – weil ich nicht scheinbar unberechtigt mehr ausgeben wollte als erforderlich und einen technischen Defekt vermutete) am Ende habe ich also die Auktion verloren.

Weil die Auktion halt nicht wie zu erwarten wie bei ebay & co gelöst ist. Es ist mehr so eine „da geht noch was mehr“ Lösung, für den Veranstalter nicht ungeschickt gelöst. Vor allem, weil nach meiner Beobachtung die Regel auch wieder für die Verlängerung gilt. Sprich: Wird 2 Minuten vor Ablauf der Verlängerung geboten, so geht es in die nächste Verlängerung. Somit lässt sich ein ordentlicher Gebots-Fight über Stunden in die Länge ziehen…

Fazit:

Mich hat der ganze Spaß eine ganze Menge Arbeitszeit und Recherche gekostet und am Ende nichts zu haben. Das ist Buckelhart, aber nunmal nicht zu ändern. Für das nächste mal, oder für euer erstes mal wisst ihr ja nun Bescheid. In Weissrussland tickt das System etwas anders, nicht zwingend schlechter – aber entscheidend anders 🙂